Kinderkunstkalender Wohltat 2018

Das Erfolgsprojekt geht in die nächste Runde: Erneut gelang es, mit spannenden Partnern ein schönes Ergebnis vorzulegen. Benachteiligte Kinder finden in kreativer Beschäftigung einen Zugang zur Bewältigung ihrer eigenen Notlage. Und zur Kunst.

Dies ist jetzt der siebte Jahreskalender dieser Serie. Format und Konzept haben sich naturgemäß weiter entwickelt. Aber das gewählte Prinzip bleibt und soll möglichst einfach sein: Im Kunstprojekt mit Kindern wechselnder sozialer Einrichtungen werden die Vorlagen für die Kalenderblätter entwickelt. Unter fachlicher Anleitung entstehen die Arbeiten. Andrea Baumstark, die Initiatorin des Projekts, sagt: „Die Frage der Kunst ist zweitrangig; vor allem geht es darum, das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken.“

 

„Für mich ist Kunst, dass man einfach aus dem Kopf was Freies malt, das muss nicht was Bestimmtes sein.“ (8-jährige Schülerin aus Freiburg)

 

Ob mit breitem Pinsel der stolze Farbauftrag erfolgt, oder Seifenblasen, Teedosendeckel, getönte Bindfäden und andere Hilfsmittel Verwendung finden, ob Tusche, Wasserfarbe oder Acryl – immer sind die Kleinen schnell zu begeistern durch die erfahrene Vorgabe. ‚Abstrakt‘ lautet die Anleitung, denn ‚konkret‘ und ‚figurativ‘ provoziert eher den konkurrierenden Vergleich der Ergebnisse, so die Erfahrung früherer Jahre.

 

Aber was heißt denn in diesem Zusammenhang ‚abstrakt‘? Keines der Kinder wird einen geraden Strich, Kreise oder ein Kritzelgewirr aufs DIN A3-Blatt bannen, ohne entweder für sich selbst damit eine bestimmte Vorstellung zu verbinden oder der nicht-gegenständlichen Darstellung bewusst sogar den Vorzug zu geben. Und deshalb zeigen auch Befragungen und wissenschaftliche Analysen, wie sehr Kinder sich durchaus der Abstraktion nähern können und möchten, wie viel sie beispielsweise einem reichlich abstrakten Bild von Paul Klee abzugewinnen vermögen: „Ja, für mich ist das Kunst. Weil man nicht so genau sieht, was das ist“, so antwortete ein Drittklässler kürzlich im Rahmen eines Forschungsprojekts an einer Freiburger Grundschule.

 

Diese prinzipielle Nähe von Kindern zu gestalterischer Tätigkeit liefert die Begründung, weswegen der Kinderkunstkalender Wohltat alle Beteiligten so fasziniert. Er führt das kreative Element mit der sozialen Aufgabe zusammen.

 


Der Kinderkunstkalender Wohltat 2018 wurde mit zwölf Kindern der Aktion "Tigerherz... wenn Eltern Krebs haben", einem Angebot des Tumorzentrums an der Freiburger Universitätsklinik, gestaltet. Mit dem Verkaufserlös werden weitere Kunst- und Kulturprojekte verschiedener sozialer Einrichtungen unterstützt.

 

Schirmherrin: Gerlinde Kretschmann (Ehefrau des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann)

 

 

Format: DIN A2 (420 x 594 mm)

Auflage: 2.000

Preis je Exemplar: 25 Euro (inkl. MwSt.)



KUNST HILFT HELFEN

Was ist das Besondere an diesem Kalender, warum soll er erworben, verteilt und verschenkt werden? Hilfe zur Selbsthilfe ist hier nicht nur Schlagwort, sondern ernstliches Ziel. Durch den Verkaufserlös profitieren andere kreative Projekte karitativer Einrichtungen.

Der Kinderkunstkalender Wohltat 2018 wurde mit Kindern der Aktion „Tigerherz... wenn Eltern Krebs haben“, einem Angebot des Tumorzentrums an der Freiburger Universitätsklinik, gestaltet. Mit dem Verkaufserlös werden weitere Kunst- und Kulturprojekte verschiedener sozialer Einrichtungen unterstützt.

In der Arbeit mit benachteiligten Kindern entsteht denen eine willkommene Abwechslung, zugleich auch der Impuls, anderen Kindern, denen es ihrer Wahrnehmung nach schlecht geht, zu helfen. So kann im besten Fall der Ausstieg aus der eigenen Verzweiflung, Beklemmung und Opferrolle gelingen. Nichts schöner, und letztlich leichter, als wenn diese Beschäftigung auf kreativ-künstlerische Weise erfolgt. Nirgends sonst ist die Freiheit so groß, die Chance der Phantasie und Selbstreflexion so ungehemmt. In diesem (angeleiteten) Ungebremsten erwächst den an dem Kalenderprojekt mitwirkenden Kindern die Möglichkeit des kurzzeitigen Vergessens oder vielleicht gar ersten Verarbeitens der eigenen prekären Situation.

„Jedes Kind ist ein Künstler. Das Problem ist nur, wie man ein Künstler bleibt, wenn man größer wird.“ (Pablo Picasso)

Was können also wir Erwachsenen tun, sofern wir nun nicht Künstler im engeren Sinn geblieben sind? Wir können (und sollten wohl) Künstler im Helfen werden!

Für 2019 ist eine Kooperation mit der Berliner Universitätsklinik Charité vorgesehen, und zwar einer Abteilung für Kinder mit sogenannten seltenen Erkrankungen. 2020 arbeiten wir federführend mit der Kölner Initiative „Der Sack e. V. – Helfen durch Geben“ zusammen. Sie sehen: Der Kinderkunstkalender Wohltat ist keine Eintagsfliege, sondern gründet auf Nachhaltigkeit.

Seien Sie dabei! Helfen Sie mit! Verschenken Sie den Kalender! Erzählen Sie Ihren Freunden von dem Projekt! Vielen Dank.

 

(Texte: Prof. Dr. Martin Flashar)